Jürgen Schwarz Blum

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Gedanken ...

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... zum Weltgeschehen oder auch weniger Schwergewichtigen –
allerdings: kann auch etwas außerhalb der Welt geschehen?
Oder geschieht alles, wenn es denn geschieht, in der Welt
und somit als Teil des Weltgeschehens?

Pechvogel – eine wahre Geschichte

Friedlich schlief Pechvogel zwischen den Holzscheiten im Feuerholzschuppen und träumte von dem kommenden Sommer. Doch eines Tages begann es im Schuppen zu rumoren, und der Boden erzitterte von kleinen Erschütterungen. Ein wenig Licht fiel vorsichtig auf Pechvogel. pechvogel-1-gross.jpg

»Ist denn schon Frühling?«

Und schon begann das Holzstück zu fliegen. Pechvogel klammerte sich mit allen sechs Beinchen fest, um nicht herunterzufallen. Der Flug war nur kurz, und die Landung kam schnell. Etwas unsanft fiel das Holzstück zusammen mit Pechvogel in der Schubkarre. Doch noch war die Reise nicht zu Ende. Weiter ging es mit der Karre bis ins Haus und auf einen großen Stapel in der Nähe des Kaminofens.

Auf dem Holzstapel im Haus kam Pechvogel endlich wieder etwas zur Ruhe. Nach einem erholsamen Schäfchen erwachte er. Die Temperaturen waren schon etwas gestiegen, und Hunger verspürte er auch.

So krabbelte er einfach los und sah sich ein wenig um. Hinaus aus dem Raum ging es in einen Flur. Von dort aus wählte Pechvogel das nächste Zimmer. Hier war es schön warm. Das konnte nur richtig sein. Mit schnellen Schritten suchte er sich eine schöne Zimmerecke aus, um sich in Ruhe von diesem Posten aus umzuschauen.

Leider gefiel gerade diese Ecke auch einer Spinne. Und so verfing er sich mit einem der Hinterbeinchen in einem Stück des Spinnennetzes. Pechvogel mühte sich mit aller Kraft, wieder von den klebrigen Fäden loszukommen. Doch lange wollte es nicht gelingen. Dann aber konnte er sich endlich mit großer Anstrengung befreien. Doch nun hing eine kleine Kugel des klebrigen Geflechts des Spinnennetzes weiterhin an seinem Bein. Das bekam er einfach nicht los.

Pechvogel war vollkommen erschöpft. Tage vergingen, und er dämmerte so dahin.

Und dann geschah das Wunder: etwas Zuckerwasser erschien vor seiner Nase, und mit einer Schere – Schnipp und Schnapp – wurde Pechvogel von den meisten Spinnennetzstücken befreit.

Auf ein Blatt Papier geschoben, umgesetzt in einen Eimer, ging es dann im Flug zurück in den Feuerholzschuppen. Hier, erneut warm eingebettet zwischen dem Holz, konnte Pechvogel noch ein wenig weiter schlafen, bis es wirklich wieder Frühling würde. pechvogel-2-gross.jpg

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