Jürgen Schwarz Blum

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Gedanken ...

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... zum Weltgeschehen oder auch weniger Schwergewichtigen –
allerdings: kann auch etwas außerhalb der Welt geschehen?
Oder geschieht alles, wenn es denn geschieht, in der Welt
und somit als Teil des Weltgeschehens?

Behördensprache

Datum: 22.07.2018

Vor kurzem las ich in der Lokalzeitung einen Hinweis auf die aktuelle Sperrung einer Straße -- wegen des Baus einer "Lichtzeichenanlage". Was ist denn das? Leuchtreklame? Ampel? Kunstwerk? Da muss ich ja geradezu zum "smarten" Fernsprecher greifen und das Internet zu einer Erklärung befragen ... (Tatsächlich schließen bei der Deutschen Bahn in einigen Bahnhöfen mittlerweiler die Türen nicht mehr selbsttätig, sondern automatisch.)

Was ich auch oft höre und lese, ist, dass jemand "Brandbeschleuniger" benutzte oder besaß. Was ist das aber? Aus der normalen Sprache kenne ich den Ausdruck nicht. Es mag richtig sein, dass Polizei oder Feuerwehr ein derartiges Wort als Fachbegriff definiert haben, aber deren private Fachsprache muss ich doch nicht kennen? Warum wird einem behördliche Privatsprache aufgedrängt? Sollte es nicht umgekehrt sein, dass fachspezifische Sprache den nicht Fachkundigen in ihren eigenen Worten ausgedrückt wird, denn diese sind doch der Adressat?

Vor einiger Zeit habe ich sogar in einer Rundfunksendung für Kinder gehört, dass die in dieser Sendung auftretenden Kinder von "Wärmemitteln" für Obdachlose sprachen. Wissen die Kinder, was das ist? Buddel Rum? (oder ist das Brandbeschleuniger?) Katzenfell? Offenbar sollen die lieben Kleinen schon frühzeitig auf Behördensprech konditioniert werden, damit sie später gute Bürger werden.

Warum wird der Behördensprache -- nicht nur dort, wo es notwendig ist -- gefolgt? Weil man sich noch immer nicht als Bürger, sondern als Untertan fühlt? Untertan klingt altmodisch, wenig aktuell -- und doch habe ich das Gefühl, dass dieser Begriff ein Unbehagen widerspiegelt, das in dieser Zeit ein Zeitgefühl ist ... doch dazu später mehr.

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