Jürgen Schwarz Blum

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Gedanken ...

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... zum Weltgeschehen oder auch weniger Schwergewichtigen –
allerdings: kann auch etwas außerhalb der Welt geschehen?
Oder geschieht alles, wenn es denn geschieht, in der Welt
und somit als Teil des Weltgeschehens?

Gibt es den Fortschritt?

Datum: 06.05.2018

Fortschritt wird oft gefordert. Denn Fortschritt wird immer als positiv gesehen, da alle etwas anderes darunter verstehen. Doch was ist der Fortschritt? Oder ganz grundsätzlich gefragt:

Gibt es den Fortschritt?

Fortschritt im Sinne eines Wandels zu Besserem ist nach Hegel unvermeidlich. Mit der Methode der Dialektik lässt sich gar nicht vom Weg der Verbesserung abkommen: die These formuliert den aktuellen Stand des Wissens; die Antithese behandelt neu aufgetretene Probleme; mit der Synthese bringt man schließlich beides zusammen und erreicht -- unvermeidlich -- einen besseren Wissensstand. Der Fortschritt scheint sich dabei in seiner Entwicklung geradezu an die Entropie anzulehnen und dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik zu folgen.

Oder ist Fortschritt im Sinne von Änderungen zu verstehen, ohne eine Bewertung des Wandels? Die Änderungen können sich dann einfach evolutionär ergeben. Und wenn das Neue erfolgreicher ist, bleibt es auch bestehen. Das Alte mag dabei noch in Nischen irgendwo fortleben. Aber, ob erfolgreicher auch gleich besser ist, bleibt ungeklärt.

Was heißt denn besser? Ist es besser, wenn zum Beispiel einige ausreichend Lebensmittel haben, der Rest der Menschen aber verhungert? Oder ist es besser, wenn alle gleich wenig Lebensmittel bekommen, somit alle hungrig bleiben und alle ein wenig kränklich sind?

Die Schwierigkeit liegt wohl daran, dass als besser immer nur die Entwicklung eines isolierten kleinen Aspekts innerhalb eines großen und komplexen Systems -- eben unserer Welt -- betrachtet wird. In der Gesamtheit lässt sich oftmals nur sagen, dass sich etwas geändert hat gegenüber früheren Zeiten.

Schade, noch nicht einmal Fortschritt ist also einfach zu fordern ... Karl Popper hat deswegen vielleicht auch immer lieber vom Problemlösen gesprochen -- und ist ein Problem gelöst, ergeben sich die nächsten Probleme ...

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